Gründerjahre

Die Politische Lage während der Gründerjahre von 1949 bis 1961

1949

8./23. Mai:

Annahme und Verkündung des Grundgesetzes für die Westzonen. Gründung der Bundesrepublik Deutschland (BRD) mit dessen Inkrafttreten am nächsten Tag

 

August: Erster Atomwaffentest der UdSSR (Bekanntgabe am 23. September)

 

7. Oktober:

Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) mit Inkrafttreten ihrer Verfassung

 

1950

25. Juni: Beginn des Koreakrieges

Korea, von Japan bis zu dessen Kapitulation besetzt, wird entlang des 38. Breitengrades geteilt und im Norden von Truppen der UdSSR, im Süden von Truppen der USA besetzt. Der Norden gibt sich 1947 eine sozialistische Verfassung und führt gegen den Widerspruch der Vereinten Nationen 1948 Nationalwahlen durch. Am 9. September 1948 ruft Ministerpräsident Kim Il-Sung die Volksdemokratische Republik Korea aus

1950 greift Nordkorea den Süden an. Die UN-Truppen, vorwiegend US-Amerikaner, stoppen den Vormarsch und dringen nun selbst in den Norden vor. Dadurch fühlt sich die Volksrepublik China bedroht und tritt an der Seite Nordkoreas in den Krieg ein. 1951 stabilisieren sich die Fronten am 38. Breitengrad

 

12.-19. September:

Konferenz der Außenminister der USA, Großbritanniens und Frankreichs in New York. Im Kommuniqué kündigen sie eine Verstärkung ihrer Truppen in der BRD an und genehmigen den Aufbau paramilitärischer Polizeitruppen gegen Untergrundbewegungen im Inneren. Im Falle eines Bürgerkrieges sollen sie zum Einsatz kommen dürfen.

 

27. September:

Bund und Länder einigen sich auf ein Gesetz zum Wiederaufbau und Ausbau der politischen Polizei. Der Bund gründet das Bundesamt für Verfassungsschutz, die Länder errichten eigene Verfassungsschutzämter, welche mit dem Bundesamt zusammenarbeiten sollen

 

26. Oktober:

Bundeskanzler Konrad Adenauer beruft Theodor Blank zum ‚Beauftragten des Bundeskanzlers für die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen‘. Das ‚Amt Blank‘ bereitet die Gründung der Bundeswehr vor

 

27. Oktober:

Bundesregierung und Bundesländer schließen ein Verwaltungsabkommen zur Aufstellung von Bereitschaftspolizeien in den Ländern. Niedersachsen tritt erst 1954 dem Abkommen bei

 

1951

23. Januar:

Der Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte und spätere US-Präsident Dwight D. Eisenhower gibt gegenüber Bundeskanzler Konrad Adenauer eine Ehrenerklärung für die Soldaten der Wehrmacht ab. Diese ermöglicht es, ehemalige Offiziere und Soldaten der Wehrmacht wieder in paramilitärische und militärische Einheiten einzugliedern und deren Erfahrungen zu nutzen

 

16. März:

Der Bundestag verabschiedet das Gesetz zur Errichtung des Bundesgrenzschutzes und unterstellt ihn dem Bundesinnenministerium

 

11. Mai:

Der Bundestag verabschiedet ein Gesetz zur Wiedereinstellung von Beamten, die bei den von den Alliierten durchgeführten politischen ‚Säuberungen‘ entlassen worden waren (die ‚131er‘, benannt nach Art. 131 Grundgesetz). In Nordrhein-Westfalen können diese z.B. bis zu einem Drittel der Belegschaft der Landesbereitschaftspolizei bilden

 

August: Das Land Niedersachsen stellt die Landesbereitschaftspolizei auf

 

Die DDR-Volkspolizei gründet einen Stab Volkspolizei-Luft (VP-Luft). Ab 1953 wird an sowjetischen Maschinen trainiert.

 

1952

1. November: Die USA zündet ihre erste Wasserstoffbombe

12. März: Einrichtungserlass für die niedersächsische ‚Nachrichtenpolizei‘ (politische Polizei)

 

1953

17. Juni: Volksaufstand in der DDR, niedergeschlagen von Truppen der UdSSR

27. Juli: In Korea wird ein Waffenstillstandsvertrag unterzeichnet, der bis heute gilt

 

29. August:

Die UdSSR gibt bekannt, im Besitz der Wasserstoffbombe zu sein, und zündet sie in Semipalatinsk (Kasachstan)

 

1954

Gegen Ende des Jahres bricht an mehreren Stellen Algeriens der Aufstand gegen die Kolonialmacht Frankreich los. Die ‚Nationale Befreiungsfront‘ greift angesicht der Überlegenheit der französischen Truppen bald zu terroristischen Mitteln, die seit 1956 mit Gegenterror beantwortet wird.

 

1955

5. Mai:

Gründung der Bundeswehr. Am 12. November findet die Vereidigung der ersten 101 Freiwilligen statt

 

9. Mai: Die BRD tritt der NATO bei

14. Mai: Gründung des Warschauer Paktes; Beitritt der DDR

 

1956

18. Januar: Gründung der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR als Freiwilligenarmee

 

30. Mai:

Beamte des Bundesgrenzschutzes erhalten für den Zeitraum 1.-30. Juni Gelegenheit, freiwillig zur Bundeswehr zu wechseln und dort höher eingestuft und schneller befördert zu werden. Ehemalige Wehrmachtssoldaten werden entsprechend ihrem früheren Dienstgrad eingestellt

 

21. Juli:

Der Bundestag beschließt das Wehrpflichtgesetz. Beamte der Bereitschaftspolizeien der Länder werden von der Wehrpflicht befreit

 

1957

25. März: Abschluss des EURATOM-Vertrages in Brüssel. Die Mitgliedsstaaten, darunter die BRD, verpflichteten sich:

durch die Schaffung der für die schnelle Bildung und Entwicklung von Kernindustrien erforderlichen Voraussetzungen zur Hebung der Lebenshaltung in den Mitgliedstaaten und zur Entwicklung der Beziehungen mit den anderen Ländern beizutragen.

 

1961

April: Eine Invasion von Exil-Kubanern auf Kuba, die von den USA und ihrem neugewählten Präsident John F. Kennedy unterstützt wurde, wird zurückgeschlagen

13. August: Der Bau der Berliner Mauer beginnt

 

Ploetz 1998; WikiPedia