Chaostage 1990er

19.04.2017 | Kategorien: Chaostage 1990er
Hannover, Schaufelder Straße, 3. August 1995

1994 riefen Hannovers Punker zu den 4. ‚offiziellen‘ Chaostagen auf – die kleineren Treffen der Jahre ab 1985 ignorierten sie. Das Programm sagte die Fortsetzung der jährlichen Veranstaltung bis zum Jahr 2000 – dem Jahr der EXPO 2000 in Hannover – voraus. weiterlesen…

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Anfang 1996 wurde das neue niedersächsische Polizeigesetz wieder modifiziert. Die Polizei erhielt das Recht, ohne richterliche Anordnung Kommunen für bestimmte Personengruppen präventiv zu sperren, Kontrollstellen an den Zufahrtswegen einzurichten und mögliche Störer bis zu vier Tage in „Unterbindungsgewahrsam“ festzuhalten.

Ende Juni 1996 begann der „größte Polizeieinsatz in der Geschichte Hannovers“ mit geschätzt zehn Millionen DM Kosten. 6000 Polizeibeamte aus fast allen Bundesländern riegelten den Stadt- und Landkreis Hannover ab, Wasserwerfer und Hubschrauber wurden zusammengezogen. Optisch auffällige Verdächtige wurden auf Zeit der Stadt verwiesen. Eine „Gefangenensammelstelle“ für bis zu 2.000 Personen in polizeilichem Gewahrsam wurde eingerichtet.

Die Chaostage 1996 in Hannover fanden demzufolge nicht statt. Etliche Punker wichen nach Bremen aus, wo es zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei kam. In Hannover wurde kurze Zeit später ein ‚Molotow-Cocktail‘ auf die Polizeiinspektion Linden geworfen.

 

Spiegel 6/1996
Zeit 32/1996
Seifert 1996