Stadtguerilla

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Nach ihrer Verurteilung zu jeweils drei Jahren Gefängnis legten zwei der vier Frankfurter Kaufhaus-Brandstifter, Andreas Baader und Gudrun Ensslin, Berufung beim Bundesgerichtshof ein. Ihre Strafen wurden bis zu dessen Urteil außer Kraft gesetzt und sie konnten frei bewegen. Nachdem das Gericht die Urteile bestätigt hatte, tauchten sie unter. Baader wurde aber im April 1970 in West-Berlin festgenommen.

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Linke Kritiker am ‚Konzept Stadtguerilla‘ (Hauptautorin: Ulrike Meinhof) wiesen umgehend auf die Haltlosigkeit des Versuchs hin, sich in der entwickelten BRD wie die Stadtguerilla in Südamerika zu verstehen und bewegen zu wollen.

Den Anspruch der RAF, als Speerspitze der Revolution das revolutionäre Bewusstsein der Bevölkerung entwickeln zu wollen, wies im Januar 1972 der Schriftsteller Heinrich Böll zurück. Er schätzte die noch in Freiheit befindlichen Mitglieder der Raf auf sechs und nannte sie die „verzweifelten Theoretiker“, welche auf einer abstrakten Ebene für das Volk zu sprechen vorgäben, während eben dieses Volk noch viel zu wenig über seine Geschichte wisse, um die pauschalen Verweise der RAF auf Faschismus und Imperialismus verstehen zu können:

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Die Gruppe um Baader und Meinhof fand bis 1971 in linken Kreisen durchaus Verständnis, Sympathie und einige Unterstützung. Daraus entstand bei ihr der Eindruck, sie könne sich als Stadtguerilla „wie ein Fisch im Wasser … in den Volksmassen bewegen“ (Mao Tse-tung). Die Bombenanschläge im Mai 1972 und besonders die im Springer-Verlag in Hamburg, bei denen so viele Arbeiter und Angestellte verletzt wurden, zerstörte aber die anfängliche Interessenübereinstimmung (Imperialismus, Vietnamkrieg, Anti-Kapitalismus).

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Bis Mai 1972 wurden die „bundesdeutschen Wunschguerillos“ ihrem erklärten politischen Anspruch nicht gerecht. Ihre Straftaten standen nur im Zusammenhang mit der Beschaffung von Geld, falschen Papieren oder dem Widerstand gegen ihre Festnahme.

Um ihre Amliegen umzusetzen, und wohl auch um zu demonstrieren, wie groß und wirkungsmächtig die Gruppe immer noch war, startete sie die ‚Mai-Offensive‘ gegen verschiedene erklärte Feinde:

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Auf die Mai-Offensive der RAF folgte eine ‚Gegenoffensive‘ am 31. Mai. Für einen halben Tag wurden alle eingesetzten Polizeikräfte der Bundesländer dem Kommando des BKA unterstellt. An allen Autobahnen, Grenzen und Bahnhöfen wurden Personenkontrollen durchgeführt. Hubschrauber kreisten überall, und Telefongespräche wurden überwacht.

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