Digitalisierung

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Die westdeutschen Sicherheitsdienste strebten ab den 1970er Jahren die elektronische Totalerfassung der Bevölkerung nach den verschiedensten Merkmalen an.

Ihr Ziel war es, über die kriminalistische Strafverfolgung hinaus Prävention zu betreiben und, durch Einflussnahme auf Politik und Gesetzgebung, künftig eine „gesellschaftlich-sanitäre Aufgabe“ (Horst Herold) wahrzunehmen.

Hamburg 1983 (Quelle: HSK 13)
Volkszählung Hamburg 1983 (Quelle: HSK 13)
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Negative Rasterfahndung

Als Horst Herold 1971 Präsident des BKA wurde, schätzte man den zuarbeitenden Unterstützerkreis für die steckbrieflich gesuchten Terroristen auf 50 bis 60 Personen. Geld, Waffen, falsche Papiere etc. mussten sich die Terroristen weitgehend selbst beschaffen.

Aus der Überlegung, dass die Terroristen aus Sicherheitsgründen keine Bankkonten eröffnen und persönlich keine Geldüberweisungen machen konnten, entstand die negative Rasterfahndung. Gesucht wurde nach Personen, die Zahlungen für Miete, Telefon und Energie bar entrichteten, oder nicht im gemieteten Objekt gemeldet waren.

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Widerstand

Für 1983 bereitete die Bundesregierung eine Volkszählung vor. Dadurch sollten die Kenntnisse über die sozio-ökonomische Lage der Bevölkerung aktualisiert werden, die Meldedaten korrigiert und bisher nicht gemeldete Ausländer erfasst werden. Für diese Zwecke waren die Erfassungsbögen so gestaltet worden, dass Rückschlüsse von den Daten auf Personen möglich wurden. Auf die Melderegister solten wiederum die Sicherheitsbehörden Zugriff erhalten.

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Der Chaos Computer Club

Im Gefolge von Rasterfahndung, Überwachungskameras, Abhör-‚Wanzen‘, wachsenden Datenbanken in den verschiedensten Behörden usw. stand ein beträchtlicher Teil der westdeutschen Bevölkerung dem Computer und der Digitalisierung skeptisch bis ablehnend gegenüber. Dies um so mehr, als immer mehr Industriearbeitsplätze durch digital gesteuerte Maschinen ersetzt wurden und Arbeitsplätze etwa im Büro bald ganz neue Anforderungen stellten.

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Obwohl das BKA und der Verfassungsschutz größten Wert auf die Sicherheit ihrer Datenbestände legten, fanden sich immer wieder ‚Lecks‘, durch die Informationen aus deren Datenbanken wie auch aus der wachsenden Zahl von Datenbanken der Landespolizeien (in Niedersachsen: POLAS) nach außen ’sickerten‘. In der Regel entstanden sie aus Nachlässigkeiten der Bediener im Umgang mit den Geräten oder durch Missachtung von Sicherheitsvorschriften. Aber auch die Fälle von Weitergabe gewünschter Informationen, zum Teil gegen Geld, häuften sich.

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