Widerstand gegen atomare Aufrüstung

Die Wiederbewaffnungsdebatte der 1950er Jahre hatte zwei Phasen: Von 1950 bis 1955 ging es um die Frage, ob Westdeutschland sich überhaupt wieder bewaffnen sollte und wie dies mit der Moral und der deutschen Geschichte vereinbar sei.

Diese erste Phase des Widerstands gegen die Pläne wurde maßgeblich von der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und ihrer Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend (FDJ) getragen, die Demonstrationen, Streiks und eine Volksbefragung organisierten. So bestreikten die Hafenarbeiter in Bremerhaven sogar das Entladen von Rüstungsmaterial für die Alliierten.

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Der Widerstand gegen die Bewaffnung der BRD reichte in alle Schichten und politischen Lager. Er wurde prominent verkörpert durch Gustav Heinemann, der aus Protest gegen die Regierungspläne sein Amt als Bundesinnenminister niederlegte. 1952 trat er aus der CDU aus und gründete mit anderen später die Gesamtdeutsche Volkspartei (GVP), die für eine strikte Neutralität eintrat.

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Im Frühjahr 1951 wurden in allen Bundesländern Kommitees zur Durchführung der Volksbefragung gegründet, nachdem die Bundesregierung Niemöllers Forderung abgelehnt hatte. Am 24. April verbot die Bundesregierung die Volksbefragungen als verfassungsfeindliche Bestrebungen. weiterlesen…

18 führende Physiker in der BRD – unter ihnen die Göttinger Wissenschaftler Max Born, Otto Hahn, Werner v. Heisenberg, Carl Friedrich v. Weizsäcker und Karl Wirtz – veröffentlichten am 12. April 1957 die ‚Göttinger Erklärung‘. Sie wandten sich darin gegen die Verharmlosung taktischer Atomwaffen und wiesen nachdrücklich auf die Folgen eines Atomwaffeneinsatzes auf dem Gebiet der Bundesrepublik hin. weiterlesen…

Im Februar 1958 wurde der Aktionsausschuß ‚Kampf dem Atomtod‘ gebildet, der im März zur Gründung einer Aktionsgemeinschaft aufrief. Diesen Aufruf unterzeichneten u.a. der hannoversche Stadtbaurat Prof. Hillebrecht und Professoren der Hochschulen in Hannover, Göttingen und Lüneburg. Am 26. März demonstrierten 150 Professoren und Studenten der TH Braunschweig. Der Vorstand des DGB-Landesbezirks Niedersachsen-Bremen verabschiedete im Namen von 800.000 Mitgliedern eine Erklärung ebenso wie der IG Metall Bezirk Braunschweig und Hannover im Namen seiner Mitglieder.

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1958 brachte die SPD in verschiedenen Bundesländern Gesetzentwürfe ein, um dort Volksbefragungen über die atomare Bewaffnung der Bundeswehr durchzuführen. Die Bundesländer Hamburg, Hessen und Niedersachsen beschlossen Volksbefragungen abzuhalten. weiterlesen…

1959 führte die Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz Bergen-Hohne erste Übungen mit atomaren Kurzstreckenraketen (‚Honest John‘) durch. Nachdem bekannt geworden war, dass die Bundeswehr sich im Besitz von Atomwaffen befand, bildete sich in Hamburg eine Aktionsgruppe, um dagegen zu protestieren. Nach dem Vorbild britischer Protestgruppen, die bereits seit 1958 Protestmärsche zum Atomwaffenlabor in Aldermarston durchführten, wurde zum ersten deutschen Ostermarsch 1960 aufgerufen.

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