Asse

Der Schacht ‚Asse‘ bei Wolfenbüttel war ein weiteres früheres Salzbergwerk in Niedersachsen, das zur Einlagerung von Atommüll genutzt wurde. Als ‚Forschungsbergwerk‘ für diesen Zweck wurde es indes schon 1965 ausgewiesen. Atommüll wurde dort seit 1967 eingelagert. Bis 1978 waren bereits rund 126.000 Fässer mit schwach und mittelradioaktiven Abfällen eingebracht worden, zudem auch chemische Abfälle wie große Mengen des Pflanzengiftes DDT.

1978 wurde die Einlagerung in der ‚Asse‘ gestoppt, weil dafür atomrechtlich keine Grundlagen vorhanden waren. Der Widerstand der Anwohner begann erst im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen Gorleben.

Eine von der ‚Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen‘ eingesetzte Arbeitsgruppe ‚Endlagerung‘ aus Naturwissenschaftlern stellte in ihrem geologischen Gutachten zur Asse 1986 fest, dass die „Standsicherheit“ des Bergwerks aufgrund seiner vielen Hohlräume „beeinträchtigt“ sei, seine Abdichtung zum Grundwasser noch nicht umfassend geprüft, ein Wassereinbruch deshalb „hypothetisch“ möglich sei.

Plakat Stopp Asseschacht
Plakat Stopp Asseschacht (Bild: HSK 13)

 

Spiegel 38/1981
Jahn 1986, S. 31 f.

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